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Autor: Irene Meissner

Sep Ruf Talks 02

„Das achtgeschossige Wohnhochhaus, das der Architekt Sep Ruf für den Verein zur Behebung der Wohnungsnot e.V. Nürnberg an der Theresienstraße errichtete, hat für das so stark von konservativem Lokalgeist beherrschte Planen und Bauen in München größte Bedeutung. Es ist (…) der erste vollendete Neubau von in Befangenheiten in historischen Reminiszenzen völlig freien Formen.“ Hans Eckstein, 1951

Am Montag, den 26.4.2021, 18 Uhr, findet unser zweiter „SEP RUF TALK“ statt. Diesmal widmen wir uns dem Sep Ruf Haus an der Theresienstraße in München, das vor 70 Jahren fertiggestellt wurde. Für ein Gespräch konnten wir u.a. Alexander Bauer (BKS & Partner, Bauer Reichert Seitz Architekten), der selber im Haus wohnt und 2010 die Sanierung der Balkone durchgeführt hat, gewinnen. Lassen Sie sich überraschen.

Sep Ruf schuf mit der schmalen, von der Grundstücksgrenze zurückgesetzten Wohnscheibe (damals als Hochhaus bezeichnet) und mit den vom Boden bis zur Decke geöffneten Fenstern „menschenwürdige Lebensräume“, dies war für ihn keine formale Angelegenheit, sondern eine „soziale Verpflichtung“. 

SEP RUF HAUS 70

7. – 15. April 2021
SEP RUF HAUS feiert 70. Geburtstag!

+++ 15.04.2021: Der Schaukasten zur Geschichte des Gebäudes ist eingerichtet. Schauen Sie einmal vorbei. +++

Vom 7. bis 15. April 1951 konnten in dem von Sep Ruf geplanten Wohnhaus an der Theresienstraße (damals als Hochhaus bezeichnet) eingerichtete Musterwohnungen besichtigt werden, Interessenten standen Schlange.  

Mit dem Gebäude setzte Sep Ruf sowohl ein markantes Zeichen für einen modernen Wiederaufbau Münchens, wie auch für eine neue Form des Wohnens. Die Bebauung stand im Gegensatz zur Masse des damaligen sozialen Wohnungsbaus sowie der weitgehend konservativen Münchner Nachkriegsarchitektur. 

+++ Im Schaukasten am Eingang Nr. 46 werden wir nach Ostern die Geschichte des Hauses dokumentieren. Einen Blick in den Schaukasten werden wir auf Instagram posten und auf unsere Internetseite stellen. Bilder von der Montage +++

Sep Ruf Talks

„Büro-Architektur interessiert im allgemeinen nur wenige. Man nimmt sie hin und verhält sich ihr gegenüber gleichgültig. Allenfalls wird sie in Bausch und Bogen beschimpft – mit den Worten etwa: ‚Schon wieder so ein Glaspalast’ oder ‚gesichtslose Rasterfassade’ oder ‚noch ein sturer Verwaltungskasten’. (…) Daß das nicht stimmt, beweisen in zunehmender Zahl neue Büro-Gebäude (…) auch Sep Rufs neues Haus für das ‚Technische Zentrum’ der Bayerischen Vereinsbank“. Peter M. Bode, 1970


Am Montag, den 22.3.2021, 18 Uhr, startet unsere neue Online-Gesprächsrunde „SEP RUF TALKS“. In der ersten Veranstaltung geht es um den von Sep Ruf geplanten Münchner Tucherpark.

Anfang Dezember 2019 wurde mit dem Verkauf des Münchner Büroquartiers „Am Tucherpark“ an die Commerz Real und den Projektentwickler Hines einer der größten Finanzdeals von Gewerbeimmobilien in der Geschichte der Bundesrepublik publik. Wie den Medienberichten zu entnehmen war, soll das 15 Hektar große, unter Landschafts- und Ensembleschutz stehende Areal nachverdichtet und in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden. Was ist seitdem passiert? Darüber wollen wir informieren und mit den Verantwortlichen sprechen.

Sep Ruf Geburtstag

9. März 2021
HAPPY BIRTHDAY! 113. Geburtstag von Sep Ruf

Zum 50. Geburtstag von Sep Ruf gab der Architekturkritiker Alfons Leitl 1958 ein Heft der Zeitschrift „Baukunst und Werkform“ über „Das Werk von Sep Ruf“ heraus und veröffentlichte auf über 20 Seiten eine Auswahl von dessen Bauten der Nachkriegszeit.

„Baukunst und Werkform“ war das wichtigste Forum für moderne Architektur in den 1950er-Jahren. Leitl gründete die Zeitschrift 1946 und leitete sie bis 1954 (danach Ulrich Conrads). Das Heft war die einzige Sondernummer, die während des Zeitraums des Erscheinens der Zeitschrift (bis 1960) einem einzelnen Architekten gewidmet wurde. Zur Veröffentlichung schrieb Leitl einen Geburtstagsbrief an Ruf, aus dem wir Auszüge veröffentlichen.

Lynnette Widder_Vortrag

25. Februar 2021, 16 Uhr
Lynnette Widder: Post War Architecture in West Germany trough its Ephemera

Am kommenden Donnerstag, 25. Februar 2021, 16 Uhr (10 Uhr Ortszeit NYC) hält Lynnette Widder an der renommierten Columbia University in New York den Vortrag „Post War Architecture in West Germany trough its Ephemera“.

>>> Columbia University

Eine Registrierung ist erforderlich: ideasimagination@columbia.edu

Der Vortrag wurde aufgezeichnet und ist über den YouTube channel der Columbia University abrufbar.

Erinnerungen

Sep Ruf im Stadion von Delphi/Griechenland, Foto: Ludwig Thomeier

Erinnerungen an Sep Ruf

(1) Otto Steidle (1943–2004)
(2) Johannes Ludwig (1904–1906)
(3) Karl Schwend (1890–1968)
(4) Manfred Adams (1931–2019)
(5) Werner Wirsing (1919–2017)
(6) Leopold Wiel (*1916)
(7) Theo Kief (1922–2020)
(8) Paul M. Wolff (1929–?)
(9) Golo Mann (1909–1994)
(10) Eine Matinee zum 100. Geburtstag von Sep Ruf, 9.3.2008
(11) Peter Lanz (*1930)

Die Erinnerungen werden in unregelmäßiger Folge fortgesetzt.

Netzwerk

20. Januar 2021
Wir haben unser Netzwerk ausgebaut!

Sep Ruf hat schon früh Kontakte geknüpft. Golo Mann schrieb über ihn „er war ebenso begabt für seinen schönen Beruf wie auch für die allgemeine Kunst, sich im Leben vorwärts zu bringen.“ Dieses „Vorwärtskommen“ verdankte Ruf nicht zuletzt auch seinem Netzwerk, das er kontinuierlich ausbaute. Zu seinen Verbindungen gehörten unter anderem die Bauherren Karl Schwend und Hans Christoph Freiherr von Tucher, die Journalisten Hans Eckstein und Alfons Leitl, die Politiker Ludwig Erhard und Alfred Dregger, die Museumsdirektoren Ludwig Grote, Kurt Martin und Erich Steingräber, die Kollegen und Künstler Josef Oberberger, Fritz Koenig, Bernhard Heiliger und Olaf Gulbransson sowie Fachverbände wie der Bund Deutscher Architekten und der Deutsche Werkbund.

1951

10. Januar 2021
Sep Ruf Gesellschaft „daheim“

Vor 70 Jahren: 1951

Solange keine kulturellen Veranstaltungen stattfinden dürfen, stellen wir Ihnen in den nächsten Wochen Sep Rufs Bautätigkeit aus dem Jahr 1951 vor. 1951 war eines der fruchtbarsten Jahre seiner noch jungen Architektenkarriere. Sep Ruf erhält die Aufträge für die HICOG-Siedlungen in Bonn, die Bayerische Staatsbank wird in Nürnberg am Lorenzer Platz eröffnet, die Akademie der Bildenden Künste im Waldgebiet am Nürnberger Tiergarten ist im Bau und in München wird das Wohnhaus an der Theresienstraße fertiggestellt sowie das Gelände der Herzog-Max-Burg vollständig von Trümmerschutt geräumt. Beim Darmstädter Gespräch „Mensch und Raum“, wo die Leitbilder des Wiederaufbaus diskutiert werden, erläutert Sep Ruf seine Gedanken über „das offene, naturverbindende Bauen“, das er mit dem Pavillonensemble der Nürnberger Akademie erstmals umsetzt. Lassen Sie sich überraschen, was 1951 sonst noch alles passiert ist. Die einzelnen Einträge werden kontinuierlich mit Informationen hinterlegt und ergänzt. Schauen Sie also immer wieder einmal auf unserer Webseite vorbei.