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Sep Ruf Talks 03

„Die Räume sind hell, daß man größte Lust hat, darin zu arbeiten, Sonne und Licht können durch ganze Fensterwände hereinströmen und der Blick geht hinaus auf Sand, Föhren und frisches Grün (…)“ Fritz Griebel, Akademiedirektor, in seiner Festrede zur Eröffnung der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, 15. Juni 1954


Am Montag, den 21.6.2021, 18.30 Uhr, findet der dritte „SEP RUF TALK“ statt. Winfried Brenne (Brenne Architekten Berlin) wird über die Sanierung der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, eines der Hauptwerke von Sep Ruf, sprechen. Im Herbst 2020 wurde in einem ersten Schritt die notwendig gewordene Sanierung des ersten Pavillons der wegweisenden Anlage unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes abgeschlossen. Der Vortrag ist über Vimeo abrufbar.

Im Alter von nur 39 Jahren wurde Sep Ruf 1947 zum Professor für Architektur und Städtebau an die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg berufen, die 1943 kriegsbedingt in das Deutschordensschloss in Ellingen ausquartiert worden war. Nach einem gewonnenen Wettbewerb erhielt er drei Jahre später den Auftrag für den Neubau einer auf moderne Bedürfnisse zugeschnittenen Kunsthochschule. Die Akademie im Grünen am Nürnberger Stadtrand, abseits von der „braun konnotierten Altstadt“, sollte auch architektonisch einen Neuanfang dokumentieren.

Ruf bündelte die Funktionen in einer Folge von Pavillons, die eine Gliederung in charakteristische Baukörper ermöglicht. Diese Struktur war in den 1930er-Jahren bei angelsächsischen Schulbauten weiterentwickelt worden und wurde von Ruf in Nürnberg bravourös neu interpretiert. Die Pavillons sind mit offenen Gängen so verknüpft, dass sich die große Anlage harmonisch in ein mit Kiefern bestandenes Gelände einfügt. Die Natur zieht sich durch die Höfe der Akademie, innen und außen fließen ineinander, Wand- und Glasflächen bilden mit der Vegetation immer wieder wechselnde Räume und Eindrücke. Architektur und Natur sind so miteinander verwoben, dass dadurch nicht nur eine anregende Arbeitsatmosphäre, sondern auch eine Balance zwischen geometrischer Rationalität und organischen Formen entsteht.

Die Nürnberger Akademie zählt zu den bedeutendsten Werken der frühen Nachkriegsarchitektur in Deutschland. Das Konzept der Pavillonanlage wurde später von Sep Ruf für die Bauten auf der Weltausstellung 1958 in Brüssel (mit Egon Eiermann) variiert.

Seit 2013 ergänzen drei eingeschossige Pavillons die Kunsthochschule (Hascher Jehle Architektur, Berlin)

>>> Nicht-Mitglieder melden sich bitte per E-Mail info@seprufgesellschaft.org zur Veranstaltung an. Den Zoom-Link zur Teilnahme schicken wir Ihnen dann zu.


Filmausschnitt „Vom Reiz des Unscheinbaren – 50er Jahre Architektur in Nürnberg“, Medienwerkstatt Franken e.V., 2020

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